Ein Bild aus den Gründertagen: Der Spielmannszug der
Freiwilligen Feuerwehr Alverskirchen von 1964


Das Zuhause des Spielmannszuges    

Das "Schmuck-Kästchen" des Vereins

Im Jahr 1995 gab der Spielmannszug seine Räumlichkeiten an die Gemeinde Everswinkel zurück, damit diese für ein Dorfarchiv genutzt werden konnte.

Die neugebaute Mehrzweckhalle der Grundschule in Alverskirchen wurde dem Verein für die Übungsabende bereitgestellt. Leider erwies sich dieser Raum als akustisch absolut untauglich, sodass sich selbst der Übungsleiter nicht ohne Watte in den Ohren in den Raum traute. Also musste etwas geschehen! Einige Mitglieder träumten von dem Ausbau des Dachgeschosses der Grundschule. Zunächst wurde also der Bezirksausschuss und der Bauamtsleiter zu einem Übungsabend (ohne Ohrenschutz) in die Mehrzweckhalle eingeladen, um sich ein "Bild" von den akustischen Verhältnissen machen zu können. Dank der Einsicht der Politiker und der tatkräftigen Unterstützung von H.-W. Steinmeier, als Freund und Gönner des Vereins, konnte 1996 mit dem "Traum" des Dachausbaus angefangen werden.

Die dafür notwendigen Arbeiten erbrachten die Mitglieder und Gönner des Vereins in vielen Abend- und Wochenendstunden. Der Ausbau wurde, bis auf die Installation der Heizung, vollständig in Eigenleistung durchgeführt, wobei auch eine neue Berufsbezeichnung für das Anbringen von Bodensteckdosen erfunden wurde:
Der Bonsai-Elektriker.

Schließlich konnten sich am 01. Juni 1997 alle Alverskirchener und die Vertreter der Gemeinde am "Tag der offenen Tür" davon überzeugen, dass man auch mit wenigen Mitteln einen hervorragenden, akustisch einwandfreien und gemütlichen Übungsraum bauen kann. Dass wieder einmal ordentlich gefeiert wurde, versteht sich von selbst.

Offizielle Schlüsselübergabe der Gemeinde durch Bürgermeister Hermann Walter an den 1. Vorsitzenden Elmar Münstermann (Dez. 1996).

2003 war dieser Raum jedoch schon wieder zu klein für die immer weiter wachsende Truppe und man entschied sich dazu, unter Mithilfe der Gemeinde Everswinkel, die leer stehende Hälfte des Dachbodens für das Dorfarchiv und den Spielmannszug gemeinsam nutzbar zu machen.
Im August 2004 konnten die Arbeiten beginnen. Durch den unermüdlichen Einsatz der aktiven Mitglieder und einiger Freunde des Vereins konnte in 2005 der neue Übungsraum feierlich eingeweiht werden.

 

 

 

 

 

 

 


 

 

                         

 

 

        

Die Chronik
oder: "Wie die Zeit vergeht!"

Im September 1964 "ärgerten" sich einige Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Alverskirchen, besonders Hubert Hülsmann Paul Averbeck und Theo Münstermann (1982 verstorben), über die Gagen der fremden Spielmannszüge, die in Alverskirchen spielten. "Wir müssten eigentlich einen eigenen Spielmannszug haben", lautete damals die logische Konsequenz. Es ist dem Einsatz und dem Interesse gerade dieser drei Personen zu verdanken, dass Alverskirchen heute einen Spielmannszug hat. Aber sie allein konnten den Spielmannszug auch nicht auf die Beine stellen. Viele Mitglieder der Feuerwehr und große Teile der Bevölkerung von Alverskirchen unterstützen die Idee durch großzügige Geldspenden. Davon konnten die ersten Instrumente und entsprechende Uniformen gekauft werden. Ein Name wurde auch schnell gefunden:

"SPIELMANNSZUG DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR ALVERSKIRCHEN"

Zunächst stellte Hubert Hülsmann seine Schreinerei als Übungsraum zur Verfügung. Er leitete auch selbst die Proben. Später wurde das Feuerwehrgerätehaus zum Üben der Musikstücke genutzt, bis die Gemeinde die freie Amtswohnung in der Grundschule dem Spielmannszug zur Verfügung stellte.
Hubert Hülsmann war für den Spielmannszug in den ersten Jahren "Mädchen für alles". Er war 1.Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer in einer Person. Nur die Arbeit des Tambourmajors ließ er sich von Paul Averbeck abnehmen.

Den ersten Auftritt hatte der Spielmannszug im Januar 1965 mit 18 Spielleuten auf dem Geburtstag von Karl Schulte. Das erste öffentliche Erscheinen war dann einige Wochen später auf dem "Zi-Bo-Mo" Karnevalsumzug in Wolbeck. Als Gage gab es 65,- DM für die Vereinskasse. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Spielmannszug zwar erst zweieinhalb Lieder: "Lieben", "Preußens Gloria" und ein halbes "Waidmannsheil", aber jeder Anfang ist ja bekanntlich schwer. Die Feuerwehr hat durch finanzielle Unterstützung und die Erlaubnis, die Feuerwehrfahrzeuge als Transportmittel zu nutzen, den Spielmannszug den nötigen "Anschub" gegeben, sodass der Spielmannszug schnell über die Ortsgrenzen hinaus bekannt wurde.

Die Karnevalszeit hatte es dem Verein in den ersten Jahren angetan. Ab 1968 begleitete der Spielmannszug das "Husarenkorps Nr.1 Münster - Westfalen". Dies bescherte den Spielleuten bis zu 60 Auftritte in einer Karnevalssession. Diese gingen von der Bonner Beethovenhalle, über den Kölner Karneval bis zur Schlüsselübergabe in Münster auf dem Prinzipalmarkt. Bei diesen Auftritten wurden auch die ersten roten Uniformen eingeweiht.

1974 wurde das erste Jubiläum gefeiert. 10 Jahre Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Alverskirchen. Das Fest sollte eigentlich auf dem Schützenplatz im Breiten Busch stattfinden, aber das Wetter macht dem Verein einen Strich durch die Rechnung. Da im Breiten Busch "Land unter" zu vermelden war, wurde das Fest morgens kurzfristig auf "Grauses Wiese" verlegt und wurde dort zu einem vollen Erfolg.

1977 war für den Verein ein wichtiges Jahr. Durch die steigende Anzahl der Mitglieder, die nicht gleichzeitig aktives Mitglied der Wehr sein wollten und konnten, wurde eine Satzungsänderung nötig. Es wurde der Entschluss gefasst, den Verein von der Freiwilligen Feuerwehr zu trennen. Somit wurde der Spielmannszug finanziell und versicherungstechnisch unabhängig von der Feuerwehr und bekam seinen heutigen Namen:

Spielmannszug Alverskirchen e.V. !!

Was 1979 passierte, war zwar traurig, aber nicht zu ändern: mangels Zusagen und Anmeldungen musste die geplante Feier zum 15-jährigen Jubiläum abgesagt werden. Aber genau genommen, war es ja auch kein richtiges Jubiläum.

1983 wurde ein Tiefpunkt erreicht, der zum Glück bis heute der einzige in der Vereinsgeschichte war. Ein Drittel der Spielleute hatte den Vorstand vor vollendete Tatsachen gestellt und den Verein verlassen. Kurzfristig mussten alle geplanten Auftritte abgesagt werden und Aktionen eingeleitet werden, um den Verein wieder aufzubauen. Im Sommer 1983 war man dann soweit, dass man wieder auftreten konnte. Dennoch erholte sich der Verein von diesem Tief nur langsam.

Zum 20-jährigen Bestehen 1984 zählte man 20 aktive Mitglieder.
Dazu gönnte man sich neue Uniformen. Nachdem man anfangs in blauen Feuerwehruniformen aufmarschierte und dann auf rote Jacken umstieg, gab es nun grüne Reiterjacken (voll chic!).

1989 wurde dann der erste "richtige" Geburtstag gefeiert: 25 Jahre Spielmannszug Alverskirchen. Mit einem Tanzabend am Samstag und mit einer original bayrischen Band, wurde das Fest im Zelt richtig zünftig gefeiert. Am Sonntag fand dann der Festumzug und das Podiums- spiel der Gastvereine statt. Die ehemaligen Mitglieder ließen es sich nicht nehmen und stellten die "Alten Kameraden" auf, um musikalisch zu gratulieren.

1990 folgte dann wieder ein Uniformwechsel. Es hatte sich erwiesen, dass sich der Spielmannszug in roten Jacken einen Namen gemacht hatte und immer wieder damit in Verbindung gebracht wurde. Somit wechselte der Verein zum sicherlich letzten Mal die Farbe und präsentiert sich seitdem wieder traditionell in rot.

1994 wurde auf dem Kirchplatz von St. Agatha in Alverskirchen das 30-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Auch dieses Fest war ein voller Erfolg. Selbst ein kleiner Wolkenbruch, der einige Musiker zum Bier trinken in die Kirche trieb, konnte die Geburtstagsfeier nicht trüben.

1999 traf man sich wieder auf dem Kirchplatz, diesmal wurde das 35-jährige Jubiläum gefeiert. Am Samstagabend gab der Spielmannszug Alverskirchen ein Konzert, welches durch den befreundeten Stadtfanfarenzug "Blau-Weiß" Sendenhorst musikalisch und stimmungsvoll begleitet wurde. Der Sonntag war nun der eigentliche Festtag, welcher natürlich nicht ohne Regen und Sturm stattfinden konnte. Deshalb verbinden einige Musiker nunmehr Jubiläen in Alverskirchen immer mit Regen. Aber durch die Mobilisierung aller großen Zelte in der Gemeinde wurde auch dieser Geburtstag zu einer runden Sache.

Seitdem ging es stetig bergauf mit der Entwicklung des Vereins. Im selben Jahr wurden insgesamt 10 neue Mitglieder aufgenommen, 4 Trommler und 6 Flötisten.
Ebenfalls 1999 wurde der Kontakt zu Henner Schumann hergestellt und er konnte als Übungsleiter gewonnen werden. Er ist Berufsmusiker im Luftwaffenmusikcorps, unserem Verein bis heute treu geblieben und hat großen Anteil am Erfolg.

2002 fand ein musikalischer Frühschoppen statt, an dem 4 Vereine aus der Nachbarschaft teilnahmen. Natürlich regnete es auch dieses Mal, aber es wurde mit Zelten vorgesorgt.

Ein Jahr später (2003) richtete der Spielmannszug den "Kameradschaftsabend der Interessengemeinschaft musiktreibender Vereine aus dem Altkreis Warendorf" aus und es folgten 21 Vereine der Einladung in die Festhalle Everswinkel. Es wurde ein buntes Programm auf die Beine gestellt, bei dem keine Langeweile aufkam.

2004 fand endlich wieder ein Jubiläum statt. Der Spielmannszug feierte seinen 40. Geburtstag und erneut war der Kirchplatz Schauplatz des Geschehens.
Das Fest begann am Samstag mit einem musikalischen Dämmerschoppen, bei dem neben dem Geburtstagskind unsere "Alten Kameraden", der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Wolbeck und als Überraschungsgast der Spielmannszug Enniger-Vorhelm auftraten. Unsere "Swinging Redheads" boten den vielen Zuschauern mit einer Tanzeinlage etwas für das Auge.
Am Sonntag regnete es ausnahmsweise mal nicht und so konnte der Festumzug mit über 300 Musikern bei strahlendem Sonnenschein durch das Dorf ziehen. Nach tollen Darbietungen der Gastvereine auf unserer Bühne ging ein schöner Tag für alle Beteiligten zu Ende.

2007 veranstaltete der Spielmannszug wieder einen musikalischen Frühschoppen und erneut hatte man Glück mit dem Wetter. Bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen fanden sich viele Zuschauer auf dem Schulhof ein, um der Musik der 4 Gastvereine zu lauschen. An diesem Tag konnten die neu angeschafften Westen das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Am 06. und 07.06.2009 feierten wir unseren 45. Geburtstag und dieses Mal regnete es auch traditionsgemäß wieder.

Dabei hatten sich die Veranstalter richtig was einfallen lassen. Am Samstag Abend fand nach der Abendmesse ein Platzkonzert auf dem Kirchplatz statt, bei dem neben dem Geburtstagskind auch der Spielmannszug Enniger-Vorhelm und der Chor „Einklang“ das wetterfeste Publikum in Stimmung brachte. Anschließend fand eine Open-Air Oldie Party statt, bei der die Coverband „Flashback“ ihre Hits zum Besten gab, so dass im Regen vor der Kirchentür getanzt wurde.

Am Sonntag fand dann das Freundschaftstreffen statt, zu dem sich viele befreundete Musiker einfanden. Nach einem Umzug durchs Dorf konnte sich jeder Verein auf dem Podium präsentieren, während die kleinen Gäste im Pfarrgarten bespielt, bespaßt und belustigt wurden, so dass rund um die Kirche reges Treiben stattfand.

Petrus hatte Einsehen und öffnete erst nach dem offiziellen Ende gegen Abend die Schleusen, aber das tat der guten Stimmung dann auch keinen Abbruch mehr.“

Derzeit unterstützen insgesamt über 200 passive und aktive Mitglieder die Aktivitäten des Vereins.